ő▓8Mă Heimatbilder
Sie sind hier: Maria Reese / Heimatbilder
Eckernf├Ârde, 1991, Mischtechnik, 52 x 72 cm
Kieler Hafen Bollh├Ârn, 1966, kolorierte Radierung, 29,4 x 48,4 cm
Rendsburg, 1989, Mischtechnik, 37,5 x 52,5 cm

Heimatbilder

Mein Bild war ein Auftrag der Stadt, f├╝r den ich dankbar bin. In Eckernf├Ârde bin ich zur Welt gekommen, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Das Original des Bildes fand 1991 seinen Platz im Amtszimmer des damaligen Eckernf├Ârder B├╝rgermeisters und heutigen Innenministers Klaus Bu├č. Inzwischen h├Ąngen Reproduktionen in zahlreichen H├Ąusern meiner geliebten Stadt. K├╝rzlich erfuhr ich, dass ein Reprint in einer Partnerstadt von Eckernf├Ârde, in Tanga, im ostafrikanischen Tansania, im Sitzungssaal des dortigen Rathauses zu sehen ist, befestigt mit vier Rei├čzwecken. Klaus Bu├č hatte der Partnerstadt von Eckernf├Ârde bei einem Besuch als Gastgeschenk mein Bild mitgebracht.

Kiel, die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, war die Stadt, in die ich 1961 zog, um bis 1966 an der Muthesius-Werkkunstschule, der heutigen Fachhochschule f├╝r Gestaltung, zu studieren. Kiel war aber auch die Stadt, in der 1962 meine Lebensgemeinschaft mit dem Maler Carl Lambertz begann, nachdem er im gleichen Jahr von seiner Frau geschieden worden war. Und Kiel war die Stadt, in der wir 1972 heirateten. 1973 nahmen Carl und ich Abschied von Kiel.

Rendsburg, die Kreisstadt am Nord-Ostseekanal, durch den an manchen Tagen 40 Schiffe geschleust werden, darunter auch Ozeanriesen, lag uns jetzt n├Ąher als Kiel, denn wir waren in Carls Atelier nach Gro├č Wittensee gezogen. Wir mochten Rendsburg, weil es nicht nur eine Industrie- und Handelsstadt war, sondern auch eine Stadt, in der schon damals die Kultur ihren Platz hatte. Es gab in Rendsburg das Landestheater, in dem ich dank Carl meine ersten Theater-Eindr├╝cke in klassischen Auff├╝hrungen und Boulevardst├╝cken erlebte. Inzwischen zeichnet sich Rendsburg durch eine Einrichtung aus, dem Dr.-Bamberger-Haus, einer restaurierten Synagoge und j├╝dischem Museum. J├╝dische K├╝nstler erhalten f├╝r Arbeitsaufenthalte Stipendien.

Maria Reese

Aus: In Bildern dr├╝ckt sich meine Trauer aus, 2000, S. 12 f.

▀ÓĘ▓8