őľ$i█ Blumenbilder
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Blumenstrau├č mit kleinen Wolken, 1972, kolorierte Radierung

Blumenbilder

Als Maria Reese und Carl Lambertz mich baten, ihnen behilflich zu sein bei der Auswahl von Gedichten zu einem Buch ├╝ber Blumen, da war ich reserviert und skeptisch.

Ich begann in den Seiten von schmalen Lyrikb├Ąnden nach Blumen zu suchen. Da konnte doch nichts Gro├čartiges zu finden sein. Doch ganz allm├Ąhlich und unerwartet fing ich an, Dinge wahrzunehmen, die mich ganz pers├Ânlich betrafen und zugleich betroffen machten.

Hinter der bunten Sch├Ânheit der Blumen schimmerte immer wieder eine Wahrheit durch, die die Ambivalenz und Gebrochenheit des menschlichen Daseins in seiner ganzen Widerspr├╝chlichkeit faszinierend umrei├čt. Wie dicht beieinander liegen doch Bl├╝hen und Verwelken, Eros und Thanatos.

Ich sehe seitdem auch die Bilder von Maria Reese und Carl Lambertz mit anderen Augen. Die Blumen, zu farbenpr├Ąchtigen Str├Ąu├čen arrangiert, sind meist abgeschnitten und dem raschen Vergehen preisgegeben. Aber die Best├Ąndigkeit des gemalten Bildes r├╝ckt sie aus der Dimension der Zeit in eine Ebene, wo Hoffnung aufkommen kann.

Und ich meine, da├č die vorliegenden Blumenbilder und -gedichte uns durchaus etwas zu sagen haben; so wie sie da stehen: jedes f├╝r sich, eigenst├Ąndig und jenseits von Illustration oder blo├čer Bildbeschreibung.

Norbert Weber

Aus dem Vorwort zu dem Buch "Blumenbilder" von Maria Reese und Carl Lambertz mit ausgew├Ąhlten Gedichten, 1979, S. 3.

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