ča>ěŃ Landschaften
Sie sind hier: Carl Lambertz / Landschaften
Mondlandschaft, 1945, √Ėl auf Holz, 50 x 47 cm
Die Reetdecker, 1946, √Ėl auf Sperrholz, 46 x 54 cm
Phantastische Landschaft, 1970, kolorierte Zinkätzung, 46 x 55 cm

Landschaften

D√ľsseldorf war zerst√∂rt, sein Atelier abgebrannt. An den Wittensee zog es ihn, seit er mit seinem D√ľsseldorfer Akademielehrer Professor Schmurr diese Landschaft zum ersten Mal bereist hatte.

Dann malte Carl Lambertz Wittenseelandschaften und konnte sie auch hier und da verkaufen, was er auch mußte, um sein Haus bauen zu können, denn Arbeitskräfte und Baumaterialien waren zu bezahlen.

Carl Lambertz erz√§hlt: "Das Grundst√ľck war eine Weide, ich pflanzte Obstb√§ume, bearbeitete den Boden und zog selbst mein Gem√ľse. Aus den vergangenen Erfahrungen und Erlebnissen und auch aus romantischen Vorstellungen heraus wollte ich autark sein. Aber bei all dieser Schufterei blieb es meine Sehnsucht, Bilder zu malen."

Um gute und ehrliche Bilder zu malen, hielt Carl Lambertz sich oft in der Landschaft auf. Sie wurden dann später im Atelier vollendet oder nach Skizzen neu gemalt. So war es ihm möglich, Niederrheinatmosphäre, Erinnerungen an die Heimat, mit der hiesigen Landschaft zu vermählen. Bilder von besonderem Reiz entstanden.

Carl Lambertz bezeichnet sich gelegentlich als "niederrheinischer Bauer": gro√ü, schwer, kr√§ftig, jedoch auch mit jener federnden b√§renhaften Beh√§ndigkeit und Leichtigkeit von Menschen ausgestattet, die die Landschaft am Niederrhein hervorbringt. Eine Landschaft von liebensw√ľrdigem franz√∂sisch-pariserischem Flair, deren feuchte Luft weiche Farbt√∂nungen hervorbringt.

√Ąhnliches entdeckt Carl Lambertz m den K√ľstenlandschaften Schleswig-Holsteins wieder, nur h√§rter, klarer, spr√∂der. Hier findet er auch Einsamkeit und kann nach den Jahren des Schreckens zu sich kommen. "In meiner Einsamkeit am Wittensee, hier male ich Bilder und sehe Dinge, die ich am Niederrhein nicht gemalt und gesehen h√§tte ... dieses Sp√∂kenkiekerland ist mein Land ...", sagte Carl Lambertz einmal.

Und aus dem fast naiven, immer sch√∂pferischen "Bauernburschen" mit seinen starken sozialen Ambitionen wurde Carl Lambertz, dessen Komplexit√§t, dessen faszinierender Mischung von Exaktheit und formaler Strenge aus hintergr√ľndigem Humor und bedrohlichem Spiel als Bildner √ľbersinnenhafter Ereignisse und Erscheinungen hier nachgegangen werden soll. Eben diese Landschaft Schleswig-Holsteins, in die er vom Niederrhein √ľberwechselte, inspiriert ihn dazu. Oft wird sie noch sichtbar, im "Zerst√∂rten Regenbogen", ebenso wie in der "Phantastischen Landschaft", in "Wei√üe Blechlandschaft" und ... in der "Landschaft mit wei√üer Wolke".

Aus: Karl-Heinz Hoyer, Carl Lambertz, S. 26, 35, 39 f; dort auch die hier nicht wiedergegebenen Bilder. Weitere Landschaftsbilder in: Landschaften-Ansichten. Bilder von Maria Reese und Carl Lambertz. Text: Gynter Mödder, Rendsburg: Claudius Kraft 1982.

BĢSDa>